BMW-Quartalszahlen: Umsätze sinken - EBIT-Marge halbiert

BMW-Händler in Hamburg. Foto: Claudio Kummerfeld/Finanzmarktwelt.deBMW hat heute früh seine Quartalszahlen gemeldet. Erst gestern früh wurde der Abbau von 8.000 Arbeitsplätzen bekannt, vor allem in Deutschland....

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BMW-Quartalszahlen: Umsätze sinken - EBIT-Marge halbiert
BMW-Händler in Hamburg
BMW-Händler in Hamburg. Foto: Claudio Kummerfeld/Finanzmarktwelt.de

BMW hat heute früh seine Quartalszahlen gemeldet. Erst gestern früh wurde der Abbau von 8.000 Arbeitsplätzen bekannt, vor allem in Deutschland. Kapazitäten anpassen, weil China als großer Absatzmarkt nicht mehr funktioniert. Die aktuellen Zahlen zeigen die Rückgänge bei Umsätzen und Gewinnen. Die Aktie verliert heute früh auf Tradegate 1 %.

BMW: Umsätze und Gewinne sinken

Der Umsatz sinkt im Jahresvergleich von 33,9 auf 31,3 Milliarden Euro (erwartet 32,1). Der Gewinn (Ergebnis vor Steuern) sinkt im Jahresvergleich von 2,61 auf 1,70 Milliarden Euro. Die EBIT-Marge im Bereich Automobile sinkt im Jahresvergleich deutlich von 5,4 % auf 2,3 % (erwartet 2,2 %). Für das Gesamtjahr sieht BMW diese Marge bei 1 % bis 3 % (erwartet 2,71 %). Die Zahl der ausgelieferten Autos sinkt im Jahresvergleich von 621.477 auf 590.947 Einheiten. Der Anteil von Elektroautos steigt von 17,9 % auf 19,8 %.

CEO-Aussage: Klarer Kurs in einem verschärften Wettbewerbsumfeld: Angesichts der deutlichen Rückgänge im chinesischen Markt und der weltweit zunehmend herausfordernden Umfeldbedingungen beschleunigt und intensiviert die BMW Group konsequent Maßnahmen, um das Unternehmen auf dauerhaft veränderte Rahmenbedingungen auszurichten. In einem ersten, schnellen Schritt hat der Konzern mit dem Betriebsrat eine weitreichende Anpassung der
Personalstrukturen inklusive eines freiwilligen Abfindungsprogramms vereinbart. „Die Herausforderungen in der gesamten Automobilindustrie nehmen rasant zu: Ein harter globaler Wettbewerb, steigende regulatorische Anforderungen und die Auswirkungen geopolitischer Konflikte werden unser Geschäftsmodell in den nächsten Jahren prägen. Daher gilt es, schlank und agil zu sein“, sagte der Vorstandsvorsitzende der BMW AG, Milan Nedeljković. „Wir werden unsere Organisation und unsere Prozesse neu gestalten. Damit richten wir das Unternehmen auf die sich verschärfenden Rahmenbedingungen der kommenden Jahre aus“, erklärte Nedeljković weiter.

Wie auch andere Hersteller, so hat BMW vor allem in China Probleme. Dort sanken die Auslieferungen im letzten Quartal um 30,2 %. In der Vertriebsregion Europa und in den USA verzeichnete BMW im ersten Halbjahr Zuwächse (Europa: +5,4 %; USA: +3,9 %), und in beiden Marktregionen zog das Wachstum im zweiten Quartal noch an (Europa: +7,6 %; USA: +11,9 %).

Einordnung

Der Gewinn bei BMW aus dem Automobilgeschäft lag im zweiten Quartal leicht über den Erwartungen, nachdem man seine Ausgaben gesenkt hatte und die Nachfrage nach neuen Modellen stark war, so Bloomberg News aktuell. Die EBIT-Marge des Automobilherstellers lag in diesem Zeitraum bei 2,3 %, teilte BMW mit. Das ist zwar ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum, lag jedoch leicht über den Schätzungen und innerhalb der für dieses Jahr prognostizierten Spanne von 1 % bis 3 %.

Der Wettbewerb in der globalen Automobilindustrie habe sich „deutlich verschärft“, erklärte Finanzvorstand Walter Mertl in einer Stellungnahme.
Dennoch verkaufen sich neue Modelle wie der SUV iX3, das erste Modell der „Neue Klasse“-Reihe von BMW, weiterhin gut, und auch der im Juni eingeführte i3 verzeichnet starke Auftragseingänge.

Der bayerische Automobilhersteller will nach der Korrektur seiner Erwartungen die Kostensenkungen beschleunigen. Die Herausforderungen reichen vom Einbruch des Geschäfts in China bis hin zu den Auswirkungen des Nahostkonflikts und der US-Zölle. Einfuhrzölle in die USA und nach Europa schmälerten die EBIT-Marge von BMW im zweiten Quartal um etwa 1,25 Prozentpunkte, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Der wichtigste neue Hebel für Einsparungen – nach Einsparungen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro (2,9 Milliarden US-Dollar) im vergangenen Jahr – ist ein Plan zum Abbau von 8.000 Arbeitsplätzen, was etwa 5 % der Belegschaft entspricht. BMW hat diese Woche eine Einigung mit den Mitarbeitern erzielt, um nun Abfindungspakete anzubieten. Der Hersteller hat zudem kürzlich beschlossen, sich vom Pariser Autosalon zurückzuziehen, da das Unternehmen seine Prioritäten neu ausrichtet.

Die Sparmaßnahmen gewinnen auch dank des verstärkten Einsatzes künstlicher Intelligenz in der Entwicklungsabteilung an Fahrt, sagte Mertl. BMW bestätigte den Ausblick für 2026 aus der Warnung vom letzten Monat, der die Anleger negativ überrascht hatte. Die neue Prognose lässt das Unternehmen auf Kurs gehen, der am wenigsten profitable große europäische Automobilhersteller zu werden.

Die drängendste Herausforderung bleibt China, der größte Einzelmarkt von BMW. Die Kombination aus zunehmendem Wettbewerb durch lokale Hersteller, angeführt von BYD – insbesondere bei Elektrofahrzeugen – und einer Immobilienkrise belastet dort alle Automobilhersteller. Im zweiten Quartal lagen die Autoverkäufe von BMW in China zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt unter dem Niveau, das in Nord- und Südamerika verzeichnet wurde.

FMW/Bloomberg

Claudio Kummerfeld

Über den RedakteurClaudio Kummerfeld

Capital Markets Redakteur

Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.

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