Ab Samstag keine Ermahnungen mehr: Die Stadt Dortmund verhängt Bußgelder wegen Bettelverbot

Seit Anfang August gilt das Bettelverbot in Dortmund. Ordnungsamtsmitarbeiter gehen seither in der Stadt Streife, um die Einhaltung des Verbots zu kontrollieren. Immer wieder sprechen sie Bettelnde und Drogenab...

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Ab Samstag keine Ermahnungen mehr: Die Stadt Dortmund verhängt Bußgelder wegen Bettelverbot

Seit Anfang August gilt das Bettelverbot in Dortmund. Ordnungsamtsmitarbeiter gehen seither in der Stadt Streife, um die Einhaltung des Verbots zu kontrollieren. Immer wieder sprechen sie Bettelnde und Drogenabhängige darauf an, dass Betteln im Umkreis von fünf Metern um die Außengastronomie in Dortmund nicht mehr erlaubt ist.

Bislang gab es keine besonderen Vorkommnisse bei den Kontrollen. Die meisten Bettler hätten freundlich und verständisvoll reagiert, wenn sie von Ordnungsamtsmitarbeitern angesprochen wurden, sagt Stadt-Sprecher Christian Stein.

Betteln kann bis zu 250 Euro kosten

In den ersten 14 Tagen blieb es bei freundlichen Ermahnungen. Ab 15. August drohen Bettlern, die gegen das Verbot verstoßen, Verwarn- oder Bußgelder. Die gehen bis zu 250 Euro. Wer das nicht zahlen will oder kann, muss mit einer mehrtägigen Erzwingungshaft rechnen.

Obdachlosenhilfe: Probleme der Bettler nicht gelöst

Die Obdachlosenhilfe bodo e.V. bezweifelt, dass das jetzige strikte Bettelverbot rund um die Außengastronomie rechtlich haltbar ist. Außerdem würde dadurch das eigentliche Problem der betroffenen Menschen nicht gelöst, sagt der Redaktionsleiter des gleichnamigen Straßenmagazins Bastian Pütter.

Bastian Pütter von der Wohnungslosenhilfe "bodo"
"Niemand bettelt aus Spaß." Bastian Pütter, Redaktionsleiter Straßenzeitung "bodo"

Für die Menschen sei Betteln das letzte Mittel. In dieser Notsituation könnten die Betroffenen kaum die Folgen einer Geldstrafe oder Haft einschätzen. Die betroffenen Menschen könnten sich darüber hinaus auch kaum wehren und für ihre Rechte einstehen, so Pütter. Seiner Meinung nach müssten die Ordnungskräfte deshalb eher die Rolle eines Vermittlers einnehmen, anstatt bettelnde Menschen zu vertreiben.

Gastronomiebetriebe sehen positive Entwicklung

Bereits jetzt habe sich das Verhalten der Bettelnden rund um die Gastronomie verändert. Vor allem Betriebe am Alten Markt in Dortmund haben laut der Stadt schon gemerkt, dass weniger gebettelt wird.