Besetztes Uni-Haus in Gießen geräumt - Polizei holt Aktivisten vom Dach
In Gießen hat die Polizei ein von Aktivisten besetztes Uni-Gebäude geräumt. Die Polizei holte mit einem Großaufgebot mehrere Menschen aus dem Haus und teils vom Dach. Die Universität hatte der linken Gruppe zuvor mehrere Fristen gesetzt.
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Polizei holt Aktivisten vom Dach Besetztes Uni-Haus in Gießen ist geräumt
In Gießen hat die Polizei ein von Aktivisten besetztes Uni-Gebäude geräumt. Die Polizei holte mit einem Großaufgebot mehrere Menschen aus dem Haus und teils vom Dach. Die Universität hatte der linken Gruppe zuvor mehrere Fristen gesetzt.
Polizeieinsatz in Gießen zur Räumung eines besetzten Hauses. Bild © 5vision.news
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02:25 Min.|14.07.26, 19:30 Uhr|hr
Besetztes Uni-Haus in Gießen geräumt
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Der ganze Polizeieinsatz dauerte etwas mehr als vier Stunden. Am Vormittag hatte die Polizei alle Besetzer aus dem Gebäude gebracht, zwei von ihnen holte sie vom Dach herunter.
Die Beamten hatten das Haus am Dienstagmorgen gegen 6 Uhr mit 15 Polizeiwagen umstellt, berichtete hessenschau-Reporterin Lena Lachnit von vor Ort. Mehrere Polizisten betraten das besetzte Gebäude, begleitet von Sprechchören der Aktivisten. Mehr als 150 Beamte waren im Einsatz.
Schon am Vormittag hatte die Polizei ein erstes Zwischenfazit gezogen: In dem Haus waren demnach zehn Menschen, von denen acht recht zügig aus dem Haus gebracht wurden. Verletzt wurde niemand. "Wir können von einem friedlichen Verlauf des Einsatzes sprechen", sagte ein Polizeisprecher. Nach Feststellung ihrer Personalien hatten die Besetzer Platzverweise erhalten, danach wurden sie entlassen.
Expertenteam holt zwei Leute vom Dach
Den Angaben zufolge hatte die Polizei die Hausbesetzer zunächst angesprochen und ihnen das Verlassen des Hauses in der Hein-Heckroth-Straße 3 ermöglicht. Zu einigen Räumen mussten die Beamten sich gewaltsam Zutritt verschaffen, erklärte ein Polizeisprecher.
Zwei weitere Aktivisten hatten sich auf das Dach gesetzt und befanden sich nach Einschätzung der Polizei vorübergehend in einer "nicht ungefährlichen Situation". Da sie nicht freiwillig herunterkamen, mussten Spezialkräfte eines Höheninterventionsteams sie zu Boden bringen. Nachdem das Gebäude nun geleert ist, soll es abgesichert werden, um eine weitere Besetzung zu verhindern.
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00:49 Min.|hessenschau.de
Haus-Räumung an der Uni Gießen
Innenminister Roman Poseck (CDU) fand für die Aktion scharfe Worte: "Hausbesetzungen sind keine Lappalien und auch keine zulässigen Mittel, um Ansichten zur Geltung zu bringen", erklärte der Minister nach der Räumung des besetzten Gebäudes.
Solche Aktionen würden bewusst die Rechte anderer missachten und verletzen. "Sie dürfen deshalb nicht Schule machen", so Poseck. Vielmehr sei ein frühzeitiges Einschreiten auch im allgemeinen Interesse geboten. Genau in diesem Sinne hätten Universität und Polizei in Gießen gehandelt.
Die Besetzer lebten "in einer gefährlichen Parallelwelt und treten die Grundlagen unseres Rechtsstaats mit Füßen", erklärte Poseck. Die Aktion in Gießen sei ein "weiteres Beispiel für die zunehmenden Gefährdungen durch den Linksextremismus".
Aktivisten vermissen Gesprächsbereitschaft
Mehrfach hatte das Uni-Präsidium im Vorfeld die Aktivisten aufgefordert, das Gebäude zu verlassen. Nach mehreren Treffen am Wochenende hatte es am Montagvormittag auf Einladung von Präsidentin Lorenz ein erneutes Gespräch gegeben.
Die Aktivisten hatten der Universitätsleitung allerdings vorgeworfen, eine Gesprächsbereitschaft lediglich vorzutäuschen. Im Gespräch mit dem hr sagte ein Aktivist, der sich Pedro nennt, die Verhandlungen der Uni seien "ein Schein der Demokratie" gewesen. Am Ende sei klar gewesen, dass die Hochschule nicht zu ernsthaften Gesprächen bereit sei.
Gebäude seit Samstag besetzt
Den Besetzern ging es bei der Aktion um die Nutzung des leerstehenden Gebäudes. Nach Angaben der Universität steht das Gebäude leer und soll an den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) übergeben werden. Die Universität hatte auch auf Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit dem leerstehenden Gebäude hingewiesen.
Seit Samstag hatten die Aktivisten das Gebäude der Justus-Liebig-Universität besetzt gehalten. Dort wollten sie nach eigenen Angaben einen offenen Begegnungsort schaffen. Die Universität setzte der Gruppe bis Montagnachmittag insgesamt drei Fristen, die diese allerdings alle verstreichen ließ. Parallel läuft ein Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs.