Bahnhofsmission Magdeburg gibt Wohnungslosen Hilfe
Mehr als 1.000 Menschen in Sachsen-Anhalt leben in Unterkünften für Wohnungslose, weil sie keine eigene Wohnung haben – soweit die Zahlen des Statistischen Landesamtes - Stand Januar 2026. Die Dunkelziffer dürfte höher sein. Am bundesweiten Tag der Wohnungslosen wird darauf aufmerksam gemacht, wie schnell Menschen in Not geraten können und wie ihnen dabei geholfen wird, zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu kommen. Ein Ort, an dem diese Hilfe konkret wird, ist die Bahnhofsmission in Magdeburg.
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AUDIO: Bahnhofsmission Magdeburg macht Hoffnung für Menschen ohne Zuhause (3 Min)
Tag der Wohnungslosen
Bahnhofsmission Magdeburg macht Hoffnung für Menschen ohne Zuhause
Stand: 11.09.2026 21:50 Uhr
Mehr als 1.000 Menschen in Sachsen-Anhalt leben in Unterkünften für Wohnungslose, weil sie keine eigene Wohnung haben – soweit die Zahlen des Statistischen Landesamtes - Stand Januar 2026. Die Dunkelziffer dürfte höher sein. Am bundesweiten Tag der Wohnungslosen wird darauf aufmerksam gemacht, wie schnell Menschen in Not geraten können und wie ihnen dabei geholfen wird, zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu kommen. Ein Ort, an dem diese Hilfe konkret wird, ist die Bahnhofsmission in Magdeburg.
von Michel Holzberger, MDR SACHSEN-ANHALT
René ist 50 Jahre alt, gelernter Stahlbetonbauer und seit eineinhalb Jahren wohnungslos. Nach familiären Problemen verlor er zunächst seinen Arbeitsplatz und schließlich auch seine Wohnung. Lange Zeit habe er resigniert und keine Perspektive mehr gesehen.
René hat dank der Bahnhofsmission Kraft für neue Perspektiven gefunden.
Heute klingt das anders. In der Bahnhofsmission findet er nicht nur praktische Unterstützung, sondern auch neuen Mut. "Das ist wie eine Familie. Du hast einen Platz, wo du hingehen kannst, wo du akzeptiert wirst, wie du bist, auch wenn du nichts hast. Ich kann hier duschen, meine Sachen waschen und bekomme neue Kleidung, wenn ich welche brauche. Ich bin sehr optimistisch. Ich gehe jetzt alles an, was ich vorher nicht gemacht habe, weil ich resigniert hatte."
Wer steckt hinter der Bahnhofsmission Magdeburg?
Die Ökumenische Bahnhofsmission Magdeburg wird gemeinsam von der Caritas-Sozialverbund gGmbH und der Magdeburger Stadtmission e.V. getragen. Die Einrichtung arbeitet damit unter katholischer und evangelischer Trägerschaft zusammen und bietet Hilfe für Reisende, Bedürftige sowie wohnungslose Menschen an.
Mit Unterstützung des Jobcenters absolviert René derzeit eine Maßnahme. Sein Ziel ist es, wieder Arbeit zu finden, Schulden abzubauen und Schritt für Schritt in ein geregeltes Leben zurückzukehren.
Hilfe für rund 50 Menschen täglich
René ist nicht allein. Im Durchschnitt besuchen rund 50 Menschen pro Tag die Bahnhofsmission in Magdeburg. Dort erhalten sie warme Mahlzeiten, Kleidung, Beratung oder einfach ein offenes Ohr. Möglich wird das durch zahlreiche Ehrenamtliche. Rund 40 Frauen und Männer engagieren sich regelmäßig in der Einrichtung. So auch die 78-jährige Maria Geserick. Die Rentnerin engagiert sich schon seit drei Jahren hier ehrenamtlich.
Maria Geserick engagiert sich seit drei Jahren ehrenamtlich in der Bahnhofsmission.
Sie schmiert Brötchen, gibt Essen aus, sortiert Kleiderspenden und nimmt sich Zeit für Gespräche. "Die Menschen liegen mir am Herzen, gerade die, die wenig haben. Dafür gebe ich gerne meine Freizeit. Ich freue mich, wenn die Menschen dankbar nach Hause gehen. Vor allem, dass wir Essen ausgeben können oder ein gutes Wort. Wir bekommen auch Kleiderspenden und geben sie kostenlos an Bedürftige weiter."
"Jeder Mensch hat den gleichen Wert"
Seit zehn Jahren ist Florian Sosnowski dabei. Er leitet die Bahnhofsmission Magdeburg. Für ihn ist der Tag der Wohnungslosen auch ein Appell an die Gesellschaft. "Nur weil jemand nach Urin riecht, eine abgeschnittene Hose trägt oder barfuß unterwegs ist, ist dieser Mensch nicht weniger wert als man selbst."
Florian Sosnowski leitet die Bahnhofsmission seit zehn Jahren.
Sosnowski beobachtet, dass immer mehr Menschen Unterstützung benötigen. Um ihnen den Weg zurück in ein selbstständiges Leben zu erleichtern, wurde im Juli ein neues Förderprojekt gestartet. Die Deutsche Bahn unterstützt die sogenannten "Bahnhofsläufer". Dabei werden Betroffene beispielsweise zu Behörden begleitet, sie bekommen dann Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen.
Die Bahnhofsmission bietet Wohnungslosen Essen, aber auch Hilfe bei Behördengängen.
Und ganz gleich, wie die Unterstützung aussieht: Am Ende kann sie den Unterschied machen, damit Menschen wie René in ein selbstbestimmtes Leben zurückkehren können.
MDR (Michel Holzberger, Ingvar Jensen)