Bahnhof Höchst: Schutzgerüste verschwinden 2027 – Bahn investiert 35 Millionen
Die Deutsche Bahn will den denkmalgeschützten Bahnhof Höchst für 35 Millionen Euro sanieren. Bereits 2027 sollen die Schutzgerüste aus der Halle verschwinden, die seit November dort stehen.
- 3 min read
Stand: 22.08.2026, 12:00 Uhr
Kommentare

Die Deutsche Bahn will den denkmalgeschützten Bahnhof Höchst für 35 Millionen Euro sanieren. Bereits 2027 sollen die Schutzgerüste aus der Halle verschwinden, die seit November dort stehen.
Höchst – Die Deutsche Bahn plant eine umfassende Sanierung der Station. Schon 2027 sollen die Schutzgerüste in der Halle verschwinden. Später sind neue Geschäfte, Gastronomie und ein Ergänzungsbau vorgesehen. Das klingt nach ambitionierten Plänen, denn: Wer derzeit den Bahnhof Höchst betritt, sieht vorwiegend Gerüste. Seit sich im vergangenen November Teile des Deckenputzes gelöst hatten, zieht sich eine Schutzkonstruktion durch die Eingangshalle. Auch bei der Deutschen Bahn ist man mit diesem Zustand alles andere als glücklich. „Der Zustand ist ja nicht befriedigend“, sagt Stefan Schwinn, Leiter Personenbahnhöfe der Deutschen Bahn in Deutschlands Mitte.

Doch Schwinn verspricht für den denkmalgeschützten Bahnhof von 1914 eine deutlich schönere Zukunft. „Zu Ende gedacht, wird das eine richtig runde Sache, ein Schmuckstück“, sagt er über die geplante Sanierung.
35 Millionen Euro werden investiert
Rund 35 Millionen Euro will die Bahn in den Bahnhof investieren. Die Planungen laufen bereits und sollen bis 2030 abgeschlossen werden. Finanziert werden soll das Vorhaben aus Eigenmitteln der Bahn, Bundesmitteln sowie mit Unterstützung der Stadt Frankfurt.
Auf eine Verbesserung müssen die täglich rund 35.000 Reisenden allerdings nicht bis dahin warten. Weil die Schutzgerüste die Halle seit Monaten prägen, sollen die Sanierung des Daches und der innen liegenden Decke vorgezogen werden. Nach Angaben Schwinns sollen diese Arbeiten 2027 beendet sein – dann könnten auch die Gerüste wieder verschwinden.
Danach geht es an die grundlegende Erneuerung. Die Empfangshalle soll neu gestaltet werden. Vorgesehen sind Gastronomie, eine Zeitschriften- und Buchhandlung, ein Bäcker sowie eine Toilettenanlage. Auch für ein Reisezentrum soll Platz bleiben. Ob die dafür zuständige Bahntochter die Räume tatsächlich nutzen wird, ist allerdings noch offen.
Auch die oberen Stockwerke sollen wieder belebt werden. Zwei Wohnungen im Bahnhofsgebäude sollen so hergerichtet werden, dass sie anschließend wieder vermietet werden können.
Und selbst damit sind die Pläne noch nicht ausgeschöpft. Westlich des historischen Empfangsgebäudes ist ein mehrgeschossiger Ergänzungsbau vorgesehen. Dort könnten beispielsweise ein Supermarkt sowie Wohnungen für Beschäftigte oder Auszubildende entstehen. Schwinn sieht für den gesamten Komplex große Möglichkeiten: „Das Gebäude bietet ein enormes Potenzial.“
Weitere Stationen auf der Liste
Die Sanierung in Höchst ist Teil eines größeren Investitionsprogramms der Bahn. In Hessen steigen die Ausgaben für die Bahnhöfe derzeit deutlich. Nach Schwinns Angaben standen vor zwei Jahren 304 Millionen Euro zur Verfügung, 2025 waren es 324 Millionen, in diesem Jahr sind es 442 Millionen und im kommenden Jahr sollen es 534 Millionen Euro sein.
Auch weitere Frankfurter Stationen stehen auf der Liste: Rund 40 Millionen Euro sollen in den Westbahnhof fließen, 39 Millionen in den Bahnhof Griesheim und 35 Millionen Euro in den Südbahnhof. Das größte Projekt bleibt der Frankfurter Hauptbahnhof, für dessen Sanierung bis 2033 insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro vorgesehen sind.
Michael Schneider (CDU), Ortsvorsteher für den Westen, freut sich über die Pläne: Er nennt sie „ein starkes Signal für Höchst und den gesamten Frankfurter Westen. Wir haben im Ortsbeirat über Jahre eine grundlegende Sanierung und vor allem ein tragfähiges Nutzungskonzept für die Bahnhofshalle eingefordert – ich hatte dazu bereits die Einbindung der Wirtschaftsförderung und später sogar einen möglichen städtischen Erwerb zur Beschleunigung ins Gespräch gebracht.“ Umso mehr positiver sei es, nun eine konkrete Perspektive für einen attraktiven und wiederbelebten Höchster Bahnhof zu haben.