Baby holt Papa aus Koma: Neurologe erklärt „unglaublichen Moment“
KI-Stimme. InfoEine junge Familie, die sich einfach nur freut, zusammen zu sein – klingt wie die normalste Situation der Welt. Doch was eine Familie aus Großbritannien hinter sich hat, ist dramatisch: Der Vater...
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KI-Stimme. Info
Eine junge Familie, die sich einfach nur freut, zusammen zu sein – klingt wie die normalste Situation der Welt. Doch was eine Familie aus Großbritannien hinter sich hat, ist dramatisch: Der Vater erlitt kurz vor der Geburt seiner Tochter einen Herzinfarkt. Stundenlang kämpften Notfallsanitäter um sein Überleben. Sam fiel ins Koma. Dann wird seine Tochter geboren – und der Papa wacht wieder auf.

Über diesen „unglaublichen“ Moment sprach der 27-jährige Sam King aus Southampton jetzt in der britischen Frühstückssendung „This Morning“, wie die BBC berichtet. In der TV-Sendung erzählt Sam, dass es ihm mittlerweile richtig gut gehe. Er sagt auch, dass er gar keinen Grund hatte zu glauben, dass etwas mit seinem Herzen nicht stimmte.
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Koma nach Herzstillstand: „Uns blieb nur Warten und Hoffen“
Der Bericht über das, was sich in der Nacht abgespielt hat, ist erschütternd: In den frühen Morgenstunden des 3. April, als er sich nach einer Gaming-Nacht schlafen legte, begann das Unglaubliche: Gegen vier Uhr morgens habe er seltsam geatmet, berichtet seine Frau Emma laut BBC. Dann war er nicht mehr ansprechbar. Die junge Frau, damals hochschwanger, habe ihn angeschrien, aber keine Reaktion erhalten.
Emma wählte den Notruf. Eine Mitarbeiterin der Rettungsleitstelle leitete sie per Telefon bei der Herzdruckmassage an. Nach 20 Minuten etwa trafen die Rettungskräfte ein. Sam wurde elfmal defibrilliert. Doch die „Stillstandszeit“ – der Zeitraum ohne eigenen Herzschlag – erreichte die kritische Zwei-Stunden-Marke.
Im University Hospital Southampton wurde Sams Zustand dann zwar stabilisiert, er befand sich jedoch in einer lebensbedrohlichen Lage. Fast drei Wochen wurde er auf der Intensivstation behandelt. „Wir wussten es nicht, und niemand konnte uns wirklich sagen, in welchem Zustand sich Sam befinden würde, sollte er aus dem künstlichen Koma erwachen und überleben“, so Emma laut BBC-Bericht. „Uns blieb nur das Warten und Hoffen.“
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Ehefrau brachte ihm das Baby – und Sam traten Tränen in die Augen
Und dann, drei Tage nach Sams Herzstillstand, setzten bei Emma die Wehen ein. Zweimal besuchte sie dabei ihren Mann an seinem Krankenbett, um seine Hand zu halten. Am nächsten Tag kam die gemeinsame Tochter Sophie gesund zur Welt. Kurz nach der Geburt – Sam sei laut Aussage seiner Frau zwar bei Bewusstsein gewesen, habe aber nicht auf seine Umwelt reagiert – brachten Emma und eine Hebamme Sophie an Sams Bett. Es war der erste Moment einer sichtbaren Reaktion seit seinem Zusammenbruch, so Emma.
„Als die Hebamme Sophie vor seine Augen hielt, traten ihm tatsächlich Tränen in die Augen“, erzählt Emma. „Wir wussten einfach, dass er begriff, dass Sophie geboren war – wir wussten also, dass noch kognitive Funktionen vorhanden waren.“ Sam und Emma hatten Sophies Namen schon Monate zuvor ausgesucht. „Es war perfekt“, sagt Emma. „Er wusste genau, wer Sophie war, und ich glaube, das hat wirklich geholfen.“
Neurologe erklärt Erwachen: „Emotionaler Reiz kann helfen“
Was wie ein Wunder wirkt, erklärt Prof. Julian Bösel, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI), so: „Es ist ja davon auszugehen, dass es sich hier um ein medikamentös induziertes Koma handelt, also das, was man auch landläufig als ,künstliches Koma‘ bezeichnet.“ Eine Schutzmaßnahme für den Körper, eine Art Tiefschlaf, der mit starken Medikamenten erzeugt wurde. „Dies ist ein Zustand, der prinzipiell reversibel ist. Aber der emotionale Reiz kann das Erwachen befördert haben.“
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Grundsätzlich, so der Facharzt, sei Koma nur ein besonders reduzierter Funktionszustand des Gehirns. Schwere Hirnschäden können aber auch zu länger bestehendem Koma oder komaähnlichen Zuständen führen. Aber selbst bei solchen Patienten hätten Untersuchungen per EEG, funktionellem MRT und Pupillometrie gezeigt, dass auch Menschen im Koma manches von ihrer Umwelt mitbekommen. Geräusche oder Stimmen zum Beispiel. „Einige solcher Patienten boten bei Vorstellungen von Rechenaufgaben oder auch einem Tennisspiel in diesen Messungen ähnliche Hirn-Signale wie wache Menschen, ohne dass sie äußerlich reagierten.“
Koma-Experte: „Patienten konnten sich teilweise erinnern“
Ähnliches habe man nicht nur über diagnostische Verfahren nachweisen können, sondern auch über Patientenberichte: „Patienten, die wieder wach geworden sind, erzählen mitunter später, dass sie durchaus sehr viel mitbekommen haben. Sie konnten sich teilweise erinnern, was am Intensivbett geredet wurde.“ Es bestehe durchaus die Möglichkeit, dass Anreize sozialer und oder emotionaler Art das Erwachen des Patienten unterstützen. In jedem Fall sei es sehr ratsam, sich am Bett eines komatösen Menschen so zu verhalten, als würde dieser etwas mitbekommen.
Papa Sam jedenfalls freut sich darüber, keine bleibenden neurologischen oder körperlichen Schäden zurückbehalten zu haben. Um sein Herz zu unterstützen, trägt er nun jedoch einen implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD). Was der Auslöser des Geschehens war, ist immer noch nicht bekannt. „Bei all den Untersuchungen und Scans konnte keine Ursache für meinen Herzstillstand gefunden werden, und ich habe das Gefühl, wieder ein ganz normales Leben zu führen – genau wie vorher.“