Ausrüstung für Weltuntergang in Naturschutzgebiet entdeckt: Bundeswehr leistet tierische Hilfe mit Maultieren

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Ausrüstung für Weltuntergang in Naturschutzgebiet entdeckt: Bundeswehr leistet tierische Hilfe mit Maultieren

Stand: 10.08.2026, 20:00 Uhr

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Mit der Hilfe von Maultieren transportierten Soldaten der Bundeswehr Material ab, das ein unbekannter Prepper im Karwendel fürs Überleben im Krisenfall gehortet hatte.

Mit der Hilfe von Maultieren transportierten Soldaten der Bundeswehr Material ab, das ein unbekannter Prepper im Karwendel fürs Überleben im Krisenfall gehortet hatte. © Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen 230 der Bundeswehr

Ein Jäger entdeckte im Naturschutzgebiet Karwendel ein Prepper-Lager: neun Fässer voller Lebensmittel, Medikamente und Ausrüstung. 40 Soldaten und 25 Tiere transportierten den Müll durch unwegsames Gelände ab.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Eine unbekannte Person hatte sich offenbar darauf vorbereitet, im Krisenfall unabhängig von außen überleben zu können. Was er oder sie sich dafür hortete und in einem abgelegenen Terrain versteckte, wurde nun im Naturschutzgebiet Karwendel gefunden. Wie das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen mitteilt, entdeckte ein Jäger dort das Lager eines „Preppers“. Das Material wurde jetzt von der Bundeswehr mithilfe von Maultieren und Eseln abtransportiert.

Jäger entdeckt Prepper-Lager im Karwendel

Unter „Preppern“ versteht man Personen, die sich aktiv und intensiv auf mögliche Krisen, Notfälle oder Katastrophen vorbereiten – abgeleitet vom englischen „to be prepared“ (bereit sein). Typische Maßnahmen von Preppern umfassen das Anlegen von großen Lebensmittel- und Wasservorräten, das Erlernen von Überlebenstechniken sowie das Vorhalten von Notfallausrüstung. Was sich die unbekannte Person im Karwendel zurechtgelegt hatte, umfasste laut Landratsamts-Sprecherin Marlis Peischer neun blaue Fässer. Sie enthielten Lebensmittel, die teilweise bereits 2014 abgelaufen waren, Medikamente, Batterien, Kleidung, einen Schlafsack, Hundefutter, ein Zelt sowie ein Feldbett.

Der Jäger entdeckte all das bereits im Sommer 2025 und meldete seinen Fund der Unteren Naturschutzbehörde in Bad Tölz. Abtransport und Entsorgung des Materials aber waren alles andere als einfach, da die Fässer in unwegsamem Gelände lagen, das für Fahrzeuge nicht erreichbar war. Für einen langen Abtransport zu Fuß waren sie zu schwer.

Gebirgsjägerbataillon hilft beim Abstransport

Jetzt aber bot sich eine günstige Gelegenheit. Wie berichtet führte die Bundeswehr in der letzten Juli-Woche in dem Gebiet einen Leistungsmarsch durch. Zahlreiche Gruppen des Gebirgsjägerbataillons 233 Mittenwald waren zwischen Kreuth und Fall am Sylvensteinsee unterwegs, um ihr besonderes Fähigkeitsprofil, den Kampf im schwierigen und extremen Gelände, zu schärfen.

In diesem Rahmen gab es, so Peischer, „eine ungewöhnliche Aktion“. Gemeinsam mit dem Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen 230 vom Standort Bad Reichenhall bargen die Bundeswehrler die Fässer sowie weitere lose abgestellte Gegenstände aus dem schwierigen Gelände. Das Material wurde laut der Landratsamtssprecherin per Seilzug und Kraxen einen steilen Hang hinunter transportiert und dann auf die Maultiere verfrachtet. Soldaten und Mitarbeiter des Landratsamts brachten den Müll über eine Entfernung von rund vier Kilometern bis zu einem befahrbaren Feldweg. Von dort wurde er mit Kleintransportern zum Entsorgungszentrum nach Greiling transportiert und „ordnungsgemäß entsorgt“, so Peischer.

Maultiere, Esel und Haflinger im Einsatz

Beteiligt waren rund 40 Soldatinnen und Soldaten sowie 25 Tiere, in erster Linie Maultiere, aber auch drei Haflinger und ein Esel, waren – zum Teil auch zu Ausbildungszwecken.

Für die unkomplizierte Zusammenarbeit bedankt sich Benedikt Pfaller, stellvertretender Sachgebietsleiter Umwelt und Organisator im Landratsamt: „Der professionelle Einsatz sowie die technische und ‚tierische‘ Unterstützung waren für das Gelingen dieses anspruchsvollen Vorhabens von unschätzbarem Wert“, sagt er. „Ohne die Hilfe der Bundeswehr hätte diese Maßnahme nicht in der gleichen Qualität und Effizienz durchgeführt werden können.“

Wer die Fässer im Naturschutzgebiet abgestellt oder gelagert hat, ist nicht bekannt. Hinweise nimmt die Untere Naturschutzbehörde unter per E-Mail unter der Adresse [email protected] entgegen.