Apps für Hitzetage: Achten Sie auf sich – und auf Ihre Daten!

Erinnerungen, Warnungen, Wegeführung: Apps sollen beim Schutz vor Hitze helfen. Welche wo sinnvoll sein können und was zu beachten ist. Trinken und Wasser über den Kopf schütten, beides ist gut bei ...

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Apps für Hitzetage: Achten Sie auf sich – und auf Ihre Daten!

Erinnerungen, Warnungen, Wegeführung: Apps sollen beim Schutz vor Hitze helfen. Welche wo sinnvoll sein können und was zu beachten ist.

Eine Person schüttet sich bei Hitze Wasser über den Kopf
Trinken und Wasser über den Kopf schütten, beides ist gut bei Hitze

Foto: Andreas Friedrichs/imago

Wünschen Sie sich auch manchmal, jemand würde Ihnen ein bisschen Belastung im Alltag abnehmen? Eine kluge App? Besonders jetzt, wo in vielen Teilen Deutschlands über 30 Grad herrschen und die Temperaturen weiter steigen sollen, ist oft jede Hilfe willkommen, denn die Hitze ist nicht nur nervig, sondern auch gesundheitsgefährdend.

Apps und Web-Anwendungen können beim Hitzeschutz unterstützen. Doch halten sie ihr Versprechen, den Alltag zu erleichtern?

Wer sich schwer damit tut, genug Wasser zu trinken, kann sich zum Beispiel von einer App erinnern lassen, regelmäßig einen Schluck zu nehmen. Viele Anwendungen sind auch personalisierbar: Man gibt Körpergewicht und Alter ein – und der persönliche Wasserbedarf wird errechnet.

Reminder: Genug trinken!

Besonders für ältere Menschen kann das hilfreich sein: „Das Problem ist, dass bei Se­nio­r*in­nen manchmal das Durstempfinden nachlassen kann“, erklärt Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin. Auch im stressigen Arbeitsalltag würden manche Leute vergessen zu trinken. „Da kann so eine Erinnerung eigentlich ganz gut sein.“ Doch sollte man sich überlegen, ob man wirklich eine App dafür brauche, gerade wenn sie kostenpflichtig sei. „Vielleicht reicht es auch, einen regelmäßigen Alarm im Smartphone festzulegen“, so Schautz.

Neben den Kosten besorgt sie auch der Datenschutz: Bei vielen Apps ist nicht klar, was mit den eigenen Angaben, besonders zur Gesundheit, passiert. „Wir wissen zum Beispiel nicht, an wen die Daten weitergegeben werden können“, sagt Schautz.

Vielleicht reicht es auch, einen regelmäßigen Alarm im Smartphone festzulegen

Verbraucherschützerin Britta Schautz

Neben Trink-Apps werden besonders Anwendungen empfohlen, die vor Hitze warnen, wie die Warnwetter-App des Deutschen Wetterdienstes und die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, NINA. Sie helfen bei akuter Hitzegefahr, richtig zu reagieren. Schautz empfindet die Apps als sinnvoll: „Gerade Menschen, die nicht so gut mit heißen Temperaturen klarkommen, können ihren Alltag an die Vorhersagen anpassen“, sagt sie.

Orientierung: der schattigste Weg

Wer nicht vermeiden kann, rauszugehen, wenn es heiß wird, dem kann Shaded Openrouteservice helfen. Die Anwendung wurde vom Heidelberg Institute for Geoinformation Technology (HeiGIT)entwickelt. Sie funktioniert wie andere Navigationsapps – nur hitzeangepasst: Man gibt Start und Ziel ein und die Anwendung gibt den schattigsten Weg an. „Wir wollten zeigen, dass es möglich ist, Routing schattig zu planen“, sagt Julian Psotta vom HeiGIT.

Bisher ist die Anwendung nicht als App, sondern nur im Browser, und nur für etwa 80 Städte verfügbar. „Es ist keine klassische Navigationsapp“, gibt Psotta zu. Für die Ent­wick­le­r*in­nen steht auch nicht die persönliche Anwendung im Vordergrund. Sie ermöglicht eher, die Betroffenheit von Einrichtungen aufzuzeigen. „Ziel ist es, den Dialog zwischen Bürger und öffentlichen Einrichtungen zu eröffnen“, sagt Psotta.

Auch für Schautz von der Verbraucherzentrale sind individuelle Anwendungen nicht die einzige Lösung: „Grundsätzlich müssen wir auch die Städte und Gemeinden mehr in die Pflicht nehmen, anstatt die Verantwortung allein auf die Verbraucher abzuwälzen“, sagt sie.

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