Anfrage der CDU-Fraktion: Wie sicher ist das Freibad in Völklingen?
Kriminalität im Völklinger Freibad? Gibt es da Auffälligkeiten, etwa bei Gewalt oder Belästigung? Das wollte die CDU-Fraktion von der Stadtverwaltung wissen. Anlass war eine Schlägerei, zu der es allerdings vor dem Freibad gekommen war.
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Anfrage der CDU-Fraktion Wie sicher ist das Freibad in Völklingen?
Kriminalität im Völklinger Freibad? Gibt es da Auffälligkeiten, etwa bei Gewalt oder Belästigung? Das wollte die CDU-Fraktion von der Stadtverwaltung wissen. Anlass war eine Schlägerei, zu der es allerdings vor dem Freibad gekommen war.
17.08.2026 , 07:00 Uhr
Völklingen kann mit seinem Freibad punkten – ob es dort auch friedlich zugeht, war Thema in einem Stadtrats-Ausschuss.
Foto: Becker & Bredel/Stadt Völklingen/Becker & Bredel/ Stadt Völklingen
Um es mal etwas flapsig auszudrücken: Wo sehr viele Menschen zusammenkommen, ist es schon rein statistisch gesehen sehr wahrscheinlich, dass darunter auch ein paar Idioten sind. Mal abgesehen davon – und abgesehen von ein paar fäkierenden Nilgänsen – geht es im Völklinger Freibad offenbar unterm Strich recht manierlich zu.
Die CDU-Fraktion hatte eine sehr detaillierte Anfrage an die Stadtverwaltung bezüglich der Sicherheit im Freibad gestellt. Hintergrund war insbesondere eine Schlägerei, zu der es allerdings nicht im Freibad, sondern auf dem Parkplatz am Freibad gekommen war. Dort war am 20. Juni ein 13-jähriger ukrainischer Junge, der das Freibad verlassen hatte, von drei unbekannten Tätern angegriffen und leicht verletzt worden. Als Zeugen dazwischen gingen, flüchteten die Täter.
Die Stadtverwaltung antwortete ausführlich auf die CDU-Anfrage. Im angefragten Zeitraum – in den Jahren 2023 bis 2026 (2024 war das Bad geschlossen) – seien zumindest keine schwerwiegenden Vorfälle im Freibad Köllerbachtal bekannt geworden. Konkret heißt es in der Antwort: „Nach derzeitigem Kenntnisstand sind für die Jahre 2023 bis 2026 im Freibad keine erhärteten ernsthaften Körperverletzungen, Belästigungen von Badegästen, sexuellen Belästigungen, Bedrohungen oder sonstigen vergleichbaren Straftaten bekannt. Kleinere Unstimmigkeiten oder Verstöße gegen die Badeordnung werden grundsätzlich durch das Bäderpersonal unmittelbar angesprochen und unterbunden.“ Hausverbote wurden im vorigen Jahr nicht ausgesprochen. In Einzelfällen habe das Androhen von Hausverboten genügt, um die Situation zu klären.
Häufung von Diebstählen in diesem Jahr
Auch bei der Polizeiinspektion Völklingen sind, so ergab unsere Nachfrage, keine besonderen Auffälligkeiten bezüglich des Freibades bekannt. Gegebenenfalls, so heißt es von der Völklinger Verwaltung, werde die Polizei verständigt und hinzugezogen, wenn es etwa Hinweise auf mögliche Straftaten einschließlich sexueller Belästigung gibt. Ein Verdacht auf sexuelle Belästigung wurde in diesem Jahr gemeldet, allerdings war die Person, die das Ganze mitgeteilt hatte, bei Eintreffen der Polizei nicht mehr vor Ort, sodass die Angelegenheit nicht weiterverfolgt werden konnte.
In diesem Jahr hatte es eine Häufung von Diebstählen gegeben, etwa zehn Diebstähle waren der Betriebsleitung bekannt geworden. Am 22. Juli waren auch zwei Jungen erwischt worden, die eine Handtasche stehlen wollten. Einer wurde gestellt, der andere konnte über den Zaun flüchten. Der 13-Jährige, der geschnappt wurde, behauptete gegenüber der Polizei, den zweiten Jungen nicht zu kennen, und bestritt die Vorwürfe gegen ihn. Später wurde er auf der Dienststelle von seinen Eltern abgeholt.
Auch ein Sicherheitsdienst wird im Freibad eingesetzt
Im Freibad ist auch schon längere Zeit ein Sicherheitsdienst im Einsatz, der bei Bedarf eingesetzt werde und mit dem Bäderpersonal per Sprechfunk in Verbindung steht. Die Entscheidung für einen Einsatz treffe der Betriebsleiter je nach Wetterlage, Besucherzahl und aktueller Einschätzung vor Ort. „In diesem Jahr“, so schreibt es die Verwaltung, „wurde der Sicherheitsdienst vorsorglich früher herangezogen, weil auch bei einem geordneten Badebetrieb unerwartete Situationen entstehen können.“ Hintergrund dieser vorsorglichen Anpassung sei auch „die allgemein bekannte Lage in Freibädern und öffentlich bekannt gewordene Vorfälle in anderen Schwimmbädern. Die Verwaltung und die Betriebsleitung bewerten dies nicht als besondere Gefährdungslage im Freibad Köllerbachtal, halten eine frühzeitige Präsenz des Sicherheitsdienstes bei Bedarf aber für sachgerecht.“
2026 wurden bislang rund 200 Stunden Sicherheitsdienst geleistet
Je nach Besucherzahl werden in der Regel ein bis vier Kräfte eingesetzt. Deren Dienst beginnt um 12 Uhr und endet nach dem Schließen des Freibades. Im Jahr 2023 betrugen die Kosten für Sicherheitspersonal rund 5.400 Euro brutto, im Jahr 2025 etwa rund 6.600 Euro brutto. Im aktuellen Jahr wurden bislang rund 200 Stunden Sicherheitsdienst geleistet, bei Kosten von etwa 5.000 Euro brutto. Sollte das Freibad künftig stark ausgelastet sein, dann könne ein Aufstocken des Sicherheitsdienstes erforderlich werden.
Unabhängig von Straftaten weise das Bäderpersonal die Badegäste auf die Badeordnung hin und kontrolliere auch, dass sie eingehalten werde. Derzeit werde auch ein „Übersichtspunkt“ für den Sicherheitsdienst vorbereitet, der einen besseren Überblick über das Gelände ermöglicht.
Zudem werde das Sicherheitskonzept bei Bedarf angepasst. Momentan gelte allerdings: „Aufgrund der aktuell überschaubaren Besucherzahlen läuft der Badebetrieb nach derzeitiger Einschätzung ohne besondere sicherheitsrelevante Auffälligkeiten. Bei höherem Besucheraufkommen werden die eingesetzten Sicherheitskräfte frühzeitig aufgestockt.“ (sas)