Amazon-Satelliten: Bezos fordert Musk mit neuer Mega-Flotte heraus

KI-Stimme. InfoIm Erdorbit wird es voller – und für Elon Musk womöglich unbequemer. Amazon will sein Satellitengeschäft deutlich ausbauen und auf einem Markt angreifen, den Musks Raumfahrtkonzern SpaceX mit Sta...

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Amazon-Satelliten: Bezos fordert Musk mit neuer Mega-Flotte heraus

KI-Stimme. Info

Im Erdorbit wird es voller – und für Elon Musk womöglich unbequemer. Amazon will sein Satellitengeschäft deutlich ausbauen und auf einem Markt angreifen, den Musks Raumfahrtkonzern SpaceX mit Starlink bislang dominiert. Eine milliardenschwere Übernahme soll dem Konzern von Jeff Bezos den nötigen Schub geben, um den Rückstand zu verkürzen.

Amazon und der US-Satellitenbetreiber Globalstar hatten bereits im April eine verbindliche Übernahmevereinbarung bekannt gegeben. Mit dem Zukauf will Amazon sein Satellitennetz „Leo“ um direkte Verbindungen zu Mobiltelefonen erweitern. Ende Juli legte der Konzern nach und beantragte bei der US-Kommunikationsbehörde FCC die Genehmigung für ein weltweites Netz aus bis zu 5105 weiteren Satelliten. Damit will Amazon Mobilfunk künftig auch dorthin bringen, wo herkömmliche Netze an ihre Grenzen stoßen.

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Amazon-Satelliten sollen Smartphones direkt mit dem Netz verbinden

Der Antrag sieht eine Konstellation von bis zu 5105 Satelliten vor. Der Aufbau könnte 2028 beginnen. Amazons Ziel ist ambitioniert: Sprach-, Nachrichten-, Daten- und Notrufdienste sollen künftig auch dort verfügbar sein, wo Mobilfunkmasten fehlen – etwa in abgelegenen Regionen oder auf Reisen fernab herkömmlicher Netze.

Anders als bei bisherigen Satellitenangeboten sollen dafür weder spezielle Antennen noch zusätzliche Empfangsgeräte benötigt werden. Kompatible Smartphones könnten sich direkt mit den Satelliten verbinden, sofern sie über einen dafür geeigneten Chip verfügen.

Amazon drängt mit Direct-to-Device in den Mobilfunkmarkt

Damit drängt Amazon in den sogenannten Direct-to-Device-Markt – eine noch junge, aber strategisch bedeutsame Sparte der Raumfahrtindustrie. Satelliten übernehmen dabei einen Teil der Aufgabe herkömmlicher Mobilfunkmasten. Befindet sich ein Nutzer außerhalb des normalen Netzes, kann sein Smartphone stattdessen Kontakt zu einem Satelliten aufnehmen.

Für den geplanten Dienst sollen die Satelliten auf fünf verschiedenen Umlaufbahnen positioniert werden und so unterschiedliche Regionen der Erde abdecken. Die Signale sollen dabei teilweise bereits im All verarbeitet werden, anstatt sie lediglich weiterzuleiten. Bei der Umsetzung arbeitet Amazon nach eigenen Angaben unter anderem mit Vodafone, DirecTV und dem australischen National Broadband Network zusammen.

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Globalstar-Übernahme: Warum Amazon Milliarden investieren will

Bislang gibt vor allem SpaceX mit Starlink den Takt vor. Nach Angaben der „Financial Times“ befinden sich bereits mehr als 10.000 aktive Starlink-Satelliten im All. Mehr als 650 davon gehören laut dem Unternehmen zur ersten Generation seiner Direct-to-Cell-Konstellation, die Smartphones direkt mit Satelliten verbindet. Über diesen Dienst seien bereits mehr als zwölf Millionen Menschen mindestens einmal verbunden worden. Daneben arbeiten Unternehmen wie AST SpaceMobile und Lynk Global an ähnlichen Angeboten.

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Mit Amazon tritt nun allerdings ein finanzstarker Konkurrent auf den Plan. Der Konzern verfügt nicht nur über erhebliche Investitionsmittel, sondern mit seiner Cloud-Sparte AWS auch über eine digitale Infrastruktur, die sich mit einem weltweiten Kommunikationsnetz verknüpfen ließe.

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Satelliten und andere Objekte sind als Leuchtspuren am Nachthimmel über Ostbrandenburg zu sehen (Aufnahme mit 20 Sekunden Belichtungszeit, daher sind die sich bewegenden Objekte als Linien zu erkennen).

Eine Schlüsselrolle in dieser Strategie soll Globalstar spielen. Das Unternehmen betreibt bereits ein eigenes Satellitennetz und verfügt über Nutzungsrechte an wertvollen Funkfrequenzen. Diese sind eine knappe Ressource: Sie bestimmen vereinfacht gesagt, auf welchen Funkkanälen Satelliten und Smartphones miteinander kommunizieren können. Ohne entsprechende Frequenzrechte lässt sich ein solches Netz kaum betreiben.

Für Globalstar will Amazon tief in die Tasche greifen. Die „Financial Times“ beziffert den Wert der Transaktion auf 11,6 Milliarden Dollar. Ganz unkompliziert ist der Deal allerdings nicht. Denn auch Apple ist eng mit Globalstar verflochten und hält rund 20 Prozent an dem Satellitenbetreiber. Globalstar stellt bereits einen Teil der Infrastruktur für Apples Satellitendienste bereit. Dazu gehören etwa Notruf-Nachrichten und die Übermittlung des eigenen Standorts, wenn weder Mobilfunk noch Wlan verfügbar sind.

Amazon gegen Starlink: Elon Musk hat einen gewaltigen Vorsprung

Amazons Satellitenpläne begannen im Jahr 2019. Das zunächst als „Project Kuiper“ bekannte Vorhaben firmiert inzwischen unter dem Namen „Amazon Leo“. In der finalen Ausbaustufe sollen rund 3200 Satelliten schnelle Internetverbindungen ermöglichen. Gegenüber Starlink bleibt Amazon dennoch deutlich im Rückstand. SpaceX hat sein Netz über Jahre ausgebaut und verfügt bereits über eine große Satellitenflotte im Orbit. Für Amazon wird es nun darauf ankommen, wie schnell der Konzern weitere Satelliten startet, sein Netz verdichtet und die angekündigten Dienste tatsächlich verfügbar macht.