AfD-Regierung? Bätzing spricht über Notfallpläne der Kirche

Keine Gespräche mit AfD-"Ideologen" – aber was, wenn die Partei eine Landesregierung stellt? Limburgs Bischof Georg Bätzing hält den Kontakt dann für unvermeidlich. Für mögliche Angriffe auf die Kirchen gebe es bereits Notfallpläne.

  • 3 min read
AfD-Regierung? Bätzing spricht über Notfallpläne der Kirche

Service Navigation

"Wir lassen die Menschen nicht allein" AfD-Regierung? Bischof Bätzing spricht über Notfallpläne der Kirche

Keine Gespräche mit AfD-"Ideologen" – aber was, wenn die Partei eine Landesregierung stellt? Limburgs Bischof Georg Bätzing hält den Kontakt dann für unvermeidlich. Für mögliche Angriffe auf die Kirchen gebe es bereits Notfallpläne.

Bischof Bätzing - schwarz gekleidet mit weißem Priesterkragen

Bischof Georg Bätzing Bild © picture alliance/dpa | Daniel Löb

Der frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hält im Falle einer AfD-Landesregierung in Sachsen-Anhalt bestimmte Gespräche mit der rechtsextremen Partei für unvermeidlich.

"Ich bin nicht bereit, mit den Ideologen dieser Partei zu reden, denn ich weiß nicht, worüber", sagte der Limburger Bischof am Freitag anlässlich seines zehnjährigen Amtsjubiläums. "Ganz anders ist die Situation, wenn wir uns vorstellen, es gäbe oder es gibt demnächst eine Landesregierung, die von der AfD bestimmt wird."

Audiobeitrag

Audio

00:30 Min.|11.09.26|Stefan Schiebelhuth

Bild © hessenschau.de| zur Audio-Einzelseite

Ende des Audiobeitrags

Bätzing zog Parallelen zur Lage der Kirchen in der Zeit der SED-Diktatur: "Die Kirche hat offiziell auch nicht mit dem Sozialismus der DDR geredet. Da gab es keine offiziellen Drähte. Aber inoffiziell musste man natürlich auch reden, um die Existenz zu sichern und das karitative Angebot der Kirche aufrechtzuerhalten."

Rechtsstreit könnte Kirchen schaden

Bätzing ließ erkennen, dass es in der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) bereits Notfallpläne gebe, falls die Staatsleistungen an die Kirchen oder der Einzug der Kirchensteuer in Sachsen-Anhalt gestoppt würden: "Sollte es zu solchen Übergriffen einer möglichen Regierung kommen, dann kann man dagegen klagen, denn das ist nicht rechtens."

Die Gegner der Kirche rechneten damit, dass der Rechtsstreit lange dauern und der Kirche massiven Schaden zufügen würde, indem man die Kirche mit ihren Einrichtungen "aushungert". "Dann müssen wir einspringen. Das ist uns klar und das ist auch schon zugesagt. Wir lassen die Menschen dort nicht allein." Vielleicht sei es angeraten, Partnerschaften zwischen Bistümern in West- und Ostdeutschland zu schaffen.

"AfD steht für alles, was wir nicht unterstützen"

Bätzing ließ keinen Zweifel an der Unvereinbarkeit der AfD-Politik mit christlichen Werten: "Diese Partei steht eigentlich für alles, was wir nicht unterstützen. Wir möchten ein plurales Land, in dem Menschen unterschiedlichster Couleur miteinander friedvoll leben können."

"Wir stärken Europa, weil wir glauben, in einem geeinten, starken Europa lebt die Zukunft auch für unser Land. Wir sagen, wir müssen die Ukraine unterstützen in ihrem Kampf gegen einen Putin, der mit seinem Weltbild nicht an den Grenzen der Ukraine Halt macht."

AfD agiere mit "Heilsversprechen und Lügen"

Man müsse mit Politikern sprechen, die gesellschaftliche Herausforderungen annähmen und ehrliche Lösungen finden wollten. "Das ist bei der AfD keineswegs zu erkennen", sagte Bätzing.

Die Partei gewinne ihre Wähler mit "Heilsversprechen und Lügen". Grundsätzlich sei er bereit, mit AfD-Wählerinnen und -Wählern zu sprechen, "um sie zu überzeugen, diese Partei nicht zu wählen", so Bätzing.

Bätzing war bis Februar dieses Jahres für sechs Jahre DBK-Vorsitzender und hatte das Amt an den Bischof von Münster, Heiner Wilmer, übergeben.