„Achtung! Akuter Wassermangel“: Quellen auf Almen versiegen – Extreme Dürre in Österreich
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„Achtung! Akuter Wassermangel“: Quellen versiegen – Klimakrise in den Alpen
Stand: 14.07.2026, 17:49 Uhr
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Seit 1885 war es in Teilen Österreichs nicht mehr so trocken. Landwirtinnen und Landwirte karren täglich Tausende Liter Wasser auf die Berge.
Wien – Der Sommer 2026 trifft Österreichs Almen mit voller Härte. Bergquellen, die seit Generationen zuverlässig Wasser lieferten, führen kaum noch einen Tropfen. Hüttenwirtinnen und Hüttenwirte sowie Almbäuerinnen und Almbauern stehen vor einer Situation, die selbst die Ältesten unter ihnen noch nie erlebt haben. Der Klimawandel verändert die Bergwelt.

Nach einem schneearmen Winter fehlt dem Land das Wasser an allen Ecken. Der österreichische Wetterdienst GeoSphere Austria meldet ein Niederschlagsdefizit von 27 Prozent gegenüber dem langjährigen Mittel für das erste Halbjahr. Die Jahre 2003 und 1993 verzeichneten zwar mit 30 beziehungsweise 29 Prozent noch größere Defizite. Doch regional betrachtet ist die Lage dramatischer: „In einzelnen Landesteilen war es seit 1885 nicht mehr so trocken“, teilt der Wetterdienst mit.
„Achtung! Akuter Wassermangel“ – Alpenhütte in der Steiermark verkauft Wasser in Flaschen
Besonders betroffen sind der Walgau und das Montafon in Vorarlberg, der Salzburger Flachgau, das Innviertel sowie das Wald- und Weinviertel, das Wiener Becken und Teile des Burgenlandes. Dort liegen die Niederschlagsdefizite zwischen 30 und 40 Prozent, im Osten Österreichs sogar bei bis zu 50 Prozent.
„Achtung! Akuter Wassermangel“ – mit diesen Worten empfängt die Voisthaler Hütte im Hochschwabgebiet ihre Gäste auf der Webseite. Die Betreiberin kann nicht absehen, wann die Quelle wieder genügend Wasser für die Zisternen liefern wird. Trinkwasser verkauft sie nun in Flaschen – eine Maßnahme, die sie nie für nötig gehalten hätte, wie die Kronen Zeitung berichtet.
Auf den Weiden verdorrt das Gras. Eigentlich wäre jetzt die Zeit für üppiges Grün und saftige Wiesen – das Futter für die Tiere. Stattdessen karren Landwirtinnen und Landwirte täglich Tausende Liter Wasser auf die Berge. Eine Mutterkuh trinkt an heißen Tagen zwischen 80 und 100 Liter – Wasser, das auf vielen Almen längst zur Mangelware geworden ist.
Die heimischen Almen sind im Wandel. In Tirol im Naturpark Karwendel brechen Grasnarben auf und die obere Bodenschicht mit Wurzelhorizont rutscht ab. Immer mehr kahle Stellen, auch Blaiken genannt, sind an den Berghängen und Weideflächen zu finden. „Wenn es lange trocken war und es zu einem Starkniederschlag kommt, reißen die Grasnarben auf. Sie werden immer größer, je heftiger der Niederschlag ist“, warnt Anton Heutfelder, Geschäftsführer vom Naturpark Karwendel, im Tiroler Tagesanzeiger. Unwetter mit extremem Starkregen lösen oft zahlreiche Muren aus, oft mit verheerenden Folgen.
Wetterprognosen lassen kaum Hoffnung auf Entspannung
Erleichterung ist nicht in Sicht. Zwar erwarten die Meteorologinnen und Meteorologen in den nächsten Tagen im Westen sowie in Kärnten und der Steiermark immer wieder Gewitter. Doch ausgiebige, flächendeckende Niederschläge bleiben aus. „Um den seit Jahresbeginn in Österreich fehlenden Niederschlag auszugleichen, müsste es in den kommenden Wochen im Flächenmittel rund 160 Liter pro Quadratmeter zusätzlich regnen“, erklärt Klimatologe Alexander Orlik von der GeoSphere Austria. Die Rekordhitze trifft auch andere Urlaubsregionen: Der Gardasee verliert täglich Milliarden Liter Wasser. (Quellen: GeoSphere Austria, BMLUK, Kronen Zeitung, Tiroler Tagesanzeiger) (ml)