Couven-Schüler streichen ihre Klassen selbst – Malermeister zeigt, wie viel im Handwerk steckt
"Den Eimer immer schön nah an die Wand stellen, sonst versaust du dir den Boden, wenn die Farbe tropft." Mit solchen Profi-Tipps führt Malermeister Timo Zeevaert die Jugendlichen in den Alltag eines Malers ein....
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"Den Eimer immer schön nah an die Wand stellen, sonst versaust du dir den Boden, wenn die Farbe tropft." Mit solchen Profi-Tipps führt Malermeister Timo Zeevaert die Jugendlichen in den Alltag eines Malers ein.
Der 16-jährige Emil Mans-Müller ist begeistert. Konzentriert führt er die Rolle über die Wand.
"Es ist genauso, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich bereue meine Wahl nicht", sagt er. Handwerk als Beruf - das kann er sich inzwischen gut vorstellen.
Drei Projekttage, zehn Klassenräume
An drei Projekttagen wollen die Schülerinnen und Schüler des Couven-Gymnasiums zehn Klassenräume streichen. 25 Jugendliche machen mit. Timo Zeevaert unterstützt sie ehrenamtlich und pendelt ununterbrochen von Raum zu Raum, kontrolliert Kanten, zeigt Rolltechniken und erklärt, worauf es beim Untergrund ankommt.
Anstrengender als gedacht
Schnell merken die Jugendlichen, wie körperlich fordernd der Einsatz ist. "Also wenn man sich hinknien muss, dann tut es ganz schön weh. Aber ansonsten ist es in Ordnung", sagt Emily mit einem Lächeln.
Ihre Mitschülerin Milla hat dagegen Spaß an der Genauigkeit: "Ist schon viel Arbeit, ich mag aber Perfektion und mir macht es daher Spaß, die Leisten ganz akurat abzukleben."
"Ich hätte niemals gedacht, dass es so schwierig ist." Emily Sudheimer, Schülerin
Auch andere merken, wie anspruchsvoll vermeintlich einfache Malerarbeiten sind.
"Wenn man selber macht, ist es viel schwieriger. Ich hatte gedacht, es sei einfacher gewesen", sagt ein Aarya Passi.
Emily ergänzt: "Am ersten Tag war ich sooo müde. Ich hätte niemals gedacht, dass es so schwierig ist."
Einblick in den Malerberuf
Nicht nur die Jugendlichen, auch mehrere Lehrkräfte packen mit an. Für Lehrer Simon Goertz ist das Projekt weit mehr als nur Renovierung. "Wir waren sehr überrascht. Als wir unser Angebot für die Projekttage eingestellt haben, gab es viel zu viele Anmeldungen. Wir konnten nicht alle nehmen", berichtet er.
Sein Eindruck: "Ich glaube, was die Schüler neugierig gemacht hat, sind die Profis, die Tipps geben." Die Schule möchte ihren Schülerinnen und Schülern praxisnahe Einblicke in Handwerksberufe ermöglichen – gerade auch am Gymnasium.
Handwerk als Karrierebaustein
Nicht alle Teilnehmenden können sich einen Handwerksberuf vorstellen. Für manche steht die Schule im Vordergrund - und das Ergebnis. "Ich finde es gut, wenn wir Schule verschönern können. Das macht Spaß", sagt Schülerin Paula Phan.
Mehr Respekt fürs Handwerk
Am Ende der Projekttage sind die Wände frisch gestrichen, die Räume wirken heller und moderner. Vor allem aber hat sich der Blick auf das Handwerk verändert. Sie blicken mit viel mehr Respekt und Wertschätzung auf diesen Beruf.
Unsere Quellen:
- Couven-Gymnasium Aachen
- Timo Zeevaert, Malermeister
- Gespräche mit Schülern
Sendung: WDR.de, Schüler streichen Klassenräume - und entdecken das Handwerk, 14.07.2026, 6:00 Uhr