Gelb, rot oder Tropea: Welche Zwiebel am gesündesten ist

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Gelb, rot oder Tropea: Welche Zwiebel am gesündesten ist

5 belegte Gründe, warum Sie regelmäßig Zwiebeln essen sollten

Stand: 14.07.2026, 17:53 Uhr

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Geschnittene rote und weiße Zwiebeln, auf einem Schneidebrett mit einem Küchenmesser

Heul doch: Das Vergießen von Tränen beim Schneiden von Zwiebeln lohnt sich aus gesundheitlicher Sicht, den das Gemüse ist sehr nährstoffreich. © IMAGO/Zoonar

Kaum ein Gemüse steckt in so gut wie jedem herzhaften Gericht – und bleibt dabei so unterschätzt. Was die Zwiebel wirklich kann, zeigen Nährstoffe und Studien.

Wenn Köche nach einer einzigen Zutat gefragt werden, auf die sie nie verzichten könnten, nennen die meisten nicht Trüffel oder Parmesan. Sie nennen die Zwiebel. Dabei ist sie auf Tellern eher unscheinbar – kleingehackt, angeschwitzt, im Hintergrund. Genau dort entfaltet sie jedoch das, wofür sie gemacht ist: Aromastoffe, Schwefelverbindungen, Flavonoide. Was in der Küche nach Geschmack klingt, ist für den Körper gesund. Die Zwiebel ist unser Fit Food der Woche.

Zwiebel: Herkunft, Sorten und wo man sie bekommt

Die Speisezwiebel gehört zur Familie der Liliengewächse und zählt zu den ältesten kultivierten Nutzpflanzen der Menschheit. Die Ursprünge liegen in Zentralasien. Heute ist sie, nach der Tomate, das mengenmäßig bedeutendste Gemüse weltweit.

In Deutschland sind vor allem folgende Sorten im Handel:

  • Gelbe Zwiebel: Klassiker mit kräftigem Geschmack, lange haltbar, ganzjährig verfügbar
  • Rote Zwiebel: milder, leicht süßlich; reich an Anthocyanen (den purpurfarbenen Farbstoffen mit antioxidativer Wirkung); ideal für Salate und roh
  • Weiße Zwiebel: mild, wasserreich; typisch für die mediterrane Küche
  • Schalotte: feiner im Aroma, aromatischer als die Speisezwiebel; gut zum Dünsten
  • Tropea-Zwiebel: eine Rarität aus Kalabrien, besonders reich an Flavonoiden und Anthocyanen; auf Wochenmärkten und in gut sortierten Supermärkten erhältlich

Zwiebeln haben in Deutschland von Juli bis Oktober Freilandsaison, sind aber das gesamte Jahr über erhältlich. Im eigenen Garten lassen sie sich unkompliziert anbauen. Beim Kauf gilt: feste Schale, kein Schimmel, kein Austreiben. Zwiebeln lagern Sie am besten kühl, trocken und dunkel – so halten sie mehrere Wochen.

Verwendete Quellen

Dieser Text soll auf Grundlage von wissenschaftlich ermittelten Daten zur Nährstoffzusammensetzung von Lebensmitteln, offiziell empfohlenen Referenzwerten zum jeweiligen Tagesbedarf und durch Studien belegte Wirkungen auf die Gesundheit über die Vor- und Nachteile von Lebensmitteln aufklären. Auf folgende Quellen wird sich dabei berufen:

- Bundeslebensmittelschlüssel Datenbank des Max-Rubner-Instituts (BLSDB)
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE)
- Studien-Datenbanken, insbesondere PubMed

Nährwerttabelle Zwiebel: Diese Nährstoffe stecken drin

Die Zwiebel besteht zu fast 90 Prozent aus Wasser, was sie kalorienarm und gleichzeitig gut verträglich macht. Ihr Mehrwert liegt in den verbleibenden zehn Prozent: Schwefelverbindungen wie Allicin und Propanthial-S-oxid (das ist das, was Ihre Augen zum Tränen bringt), Flavonoide wie Quercetin sowie eine Reihe von Vitaminen und Mineralstoffen.

Der Eisengehalt von 0,69 mg pro 100 g ist für ein Gemüse solide und besonders für Menschen, die wenig Fleisch essen, relevant. Kalium unterstützt Muskelfunktion und Blutdruck. Und obwohl der Vitamin-C-Gehalt im Vergleich zu Paprika oder Kohlrabi überschaubar ist, liefert die Zwiebel mit Quercetin und Co. bioaktive Verbindungen, die weit über klassische Vitamine hinausgehen.

Folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Nährwerte pro 100 Gramm roher Speisezwiebel (Quelle: BLSDB):

Nährwert/NährstoffMenge pro 100 Gramm
Energie34 kcal
Eiweiß1,16 g
Fett0,15 g
Kohlenhydrate6,01 g
Ballaststoffe1,4 g
Wasser89,7 g
Vitamin C7,4 g
Vitamin B667,7 µg
Kalzium25 mg
Folat15 µg
Kalium174 mg
Magnesium10 mg
Phosphor33,3 mg
Eisen0,69 mg
Mangan130 µg

5 belegte Vorteile der Zwiebel für Gesundheit und Fitness

Visual Fit Food der Woche: Die gesundheitlichen Vorteile von Zwiebeln.

Die gesundheitlichen Vorteile von Zwiebeln. © IMAGO/Dreamstime
  1. 🛡️ Starke antioxidative Wirkung: Zwiebeln – insbesondere rote Sorten – gehören zu den quercetinreichsten Gemüsen überhaupt. Quercetin ist ein Flavonoid, das freie Radikale neutralisiert und damit oxidativem Zellstress entgegenwirkt, der mit Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und beschleunigter Alterung in Verbindung gebracht wird. Rote Zwiebeln enthalten zusätzlich Anthocyane, die im Vergleich zu gelben Sorten eine deutlich höhere Gesamtantioxidationskapazität aufweisen. Die Schale enthält dabei die höchste Konzentration an bioaktiven Verbindungen. 🎓 Studie, Studie
  2. ❤️ Schutz für Herz und Gefäße: Zwiebeln sind eine der reichhaltigsten Nahrungsquellen für Flavonoide und schwefelhaltige Verbindungen (sogenannte ACSOs). Diese Stoffe hemmen die Oxidation von LDL-Cholesterin, wirken antithrombotisch und können das Zusammenklumpen von Blutplättchen reduzieren, das Herzinfarkten und Schlaganfällen vorausgeht. 🎓 Studie, Studie, Studie
  3. 🩸 Blutzuckerregulierung und antidiabetisches Potenzial: Zwiebeln enthalten Verbindungen, die auf zwei Wegen den Blutzucker beeinflussen: Sie verlangsamen die Aufspaltung von Kohlenhydraten im Verdauungstrakt und können die Insulinsensitivität der Zellen verbessern. Rote und Tropea-Zwiebeln zeigen dabei aufgrund ihrer höheren Flavonoid- und Schwefelstoffdichte besonders ausgeprägte Effekte. Kombiniert mit dem niedrigen glykämischen Index der Zwiebel ergibt sich ein sanfter, gleichmäßiger Blutzuckeranstieg nach dem Essen. 🎓 Studie, Studie, Studie
  4. 🦠 Antibakterielle und immunstimulierende Eigenschaften: Die beim Zerkleinern entstehenden Schwefelverbindungen – darunter Thiosulfinate und Thiosulfonate – wirken nachweislich antibakteriell, auch gegen Keime wie Staphylococcus aureus und E. coli. Gleichzeitig kann Quercetin entzündliche Signalwege dämpfen und das Immunsystem modulieren. Die Kombination aus Quercetin, Schwefelverbindungen und Vitamin C macht die Zwiebel zu einem funktionellen Lebensmittel mit echter immunologischer Relevanz. 🎓 Studie, Studie
  5. 🧬 Krebspräventives Potenzial: Schwefelhaltige Verbindungen aus der Zwiebel (wie auch dem Knoblauch) – insbesondere Allylpropyl-Disulfid und S-Allyl-Cystein – werden intensiv auf ihre krebshemmenden Eigenschaften untersucht. Sie stören das Wachstum von Krebszellen auf mehreren Wegen: durch Hemmung der Zellproliferation, Förderung der Apoptose (programmierter Zelltod) und Reduktion von Entzündungsreaktionen, die Tumorwachstum begünstigen. Epidemiologische Daten deuten auf einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Zwiebelkonsum und einem geringeren Risiko für bestimmte Krebsarten hin, darunter Magen- und Darmkrebs. 🎓 Studie, Studie

Für wen ist der Verzehr von Zwiebeln besonders geeignet?

Es gibt Personengruppen, für die es besonders empfehlenswert ist, regelmäßig Zwiebeln zu essen:

  • Menschen mit erhöhtem Herzerkrankungsrisiko: antithrombotische und cholesterinsenkende Effekte der Schwefelverbindungen und Flavonoide
  • Personen mit Insulinresistenz oder Typ-2-Diabetes: niedriger glykämischer Index, ballaststoffreich, blutzuckerstabilisierend
  • Menschen mit einem fleischarmen Speiseplan: Quercetin verbessert die Aufnahme des enthaltenen Eisens
  • Sportler und Aktive: Kalium für Muskelfunktion, antientzündliche Wirkung zur Regenerationsunterstützung

Vorsicht gilt bei Reizdarmsyndrom (IBS), da Zwiebeln reich an Fruktanen (FODMAPs) sind, die bei empfindlichem Darm Blähungen und Beschwerden auslösen können. In diesem Fall sind gekochte Zwiebeln oft besser verträglich als rohe. Bei Sodbrennen und Reflux können rohe Zwiebeln die Magensäureproduktion anregen und Beschwerden verstärken.

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Alexandra Grauvogl, Redakteurin und Ex-Leistungssportlerin

Alexandra Grauvogl, Redakteurin und Ex-Leistungssportlerin © McFit

Was Sie bei der Zwiebel-Zubereitung beachten sollten

Roh schlägt gekocht, zumindest was Quercetin und hitzeempfindliche Schwefelverbindungen betrifft. Studien zeigen, dass rohe Zwiebeln eine deutlich höhere antioxidative Kapazität haben als gekochte. Wer also den vollen Effekt möchte, reibt die Zwiebel roh über den Salat oder schneidet sie fein in Dressings.

Beim Kochen gilt: kurz und bei niedrigen Temperaturen ist besser als langes Schmoren. Dämpfen oder kurzes Anschwitzen schont die Nährstoffe besser als intensives Braten.

Den Träneneffekt mindern Sie angeblich, wenn Sie die Zwiebel 20 Minuten vorher kaltstellen oder unter fließendem Wasser schneiden. Das erscheint mir aber immer zu kompliziert, deshalb heißt es für mich meistens: Skibrille auf oder Augen zu und durch!

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Rezept: Karamellisierte Zwiebeln auf Linsensuppe mit Joghurt und Kreuzkümmel

Für 2 Portionen | Zubereitungszeit: ca. 25 Minuten

Zutaten:

  • 2 mittelgroße Zwiebeln (ca. 250 g), in dünne Ringe geschnitten
  • 1 EL Olivenöl
  • 150 g rote Linsen
  • 600 ml Gemüsebrühe
  • 1 TL Kreuzkümmel (gemahlen)
  • ½ TL Kurkuma
  • 2 EL Naturjoghurt (zum Servieren)
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • Optional: frische Petersilie

Zubereitung:

  1. Rote Linsen in der Gemüsebrühe aufkochen, Hitze reduzieren und bei niedriger Temperatur etwa 15 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen weich sind. Mit Kreuzkümmel, Kurkuma, Salz und Pfeffer abschmecken.
  2. Parallel dazu Olivenöl in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen. Zwiebelringe hineingeben und unter gelegentlichem Rühren 8–10 Minuten goldbraun karamellisieren – nicht zu heiß, sonst verbrennen sie.
  3. Linsensuppe in tiefe Teller füllen, karamellisierte Zwiebeln obenauf geben.
  4. Einen Klecks Joghurt in die Mitte setzen, mit Petersilie bestreuen. Sofort servieren.

Was dieses Gericht so gut macht: Die leicht angebratenen Zwiebeln behalten ihre bioaktiven Verbindungen weitgehend, da sie nur kurz Hitze ausgesetzt sind. Die Linsen liefern pflanzliches Eiweiß und Ballaststoffe – zusammen ein vollständiges, sättigendes Gericht.

Lust auf mehr Zwiebel-Inspirationen? Probiere Sie unsere Rezepte für Spinat-Ravioli mit Honigzwiebeln, Zwiebelkuchen mit Mürbeteig oder den grünen Bohnensalat mit Tomaten und Zwiebeln – einfach kostenlos in der Mediathek herunterladen.

Fazit

Dass die Zwiebel fester Bestandteil so vieler Gerichte ist, ist aus gesundheitlicher Sicht sehr wertvoll. Wer sie regelmäßig isst und rohe Zwiebeln öfter als gekochte sowie rote öfter als gelbe, holt die meisten positiven Effekte aus ihr heraus.