400-Millionen-Zahlung: US-Justiz stoppt TikTok-Ermittlungen

Die Kurzvideo-Plattform TikTok legt Ermittlungen der US-Behörden wegen des Sammelns der Daten von Kindern mit einer Zahlung von 400 Millionen US-Dollar bei. Mit dem Vergleich ist kein Schuldeingeständnis verbun...

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400-Millionen-Zahlung: US-Justiz stoppt TikTok-Ermittlungen

Die Kurzvideo-Plattform TikTok legt Ermittlungen der US-Behörden wegen des Sammelns der Daten von Kindern mit einer Zahlung von 400 Millionen US-Dollar bei. Mit dem Vergleich ist kein Schuldeingeständnis verbunden. Das Justizministerium verwies unter anderem auf den Eigentümerwechsel im US-Geschäft von TikTok sowie eine Überholung der Datenschutz-Praxis. Von TikTok gibt es noch keine Stellungnahme, der US-Ableger der Plattform antwortete heise online nicht unmittelbar auf eine Anfrage dazu.

Das Ministerium machte den Vergleich jetzt in einer Mitteilung öffentlich. Es hatte TikTok 2024 noch in der Amtszeit von Donald Trumps Vorgänger Joe Biden im Weißen Haus verklagt. Der Vorwurf war, die Plattform habe zugelassen, dass Kinder im Alter unter 13 Jahren ohne Zustimmung ihrer Eltern Accounts anlegten. Damit habe der Dienst gegen das Gesetz zum Datenschutz bei Kindern verstoßen, argumentierte die Behörde. Schon Jahre stand TikTok wegen fehlenden Kinder-Datenschutzes vor US-Gerichten, 2019 gab es schon mal einen Vergleich, bei dem der damals noch chinesische Mutterkonzern 5,7 Millionen Dollar Strafe zahlte.

Trump rettete TikTok in den USA

Amerikanische Online-Plattformen legten wegen des Gesetzes ein generelles Mindestalter von 13 Jahren fest. Zugleich kommt es immer wieder vor, dass Kinder Profile mit Angabe eines falschen Geburtsdatums einrichten. Kritiker werfen den Unternehmen vor, nicht entschieden genug dagegen vorzugehen.

Trump hatte durchgesetzt, dass das US-Geschäft von TikTok Anfang 2026 mehrheitlich an eine neue Firma mit amerikanischen Investoren ging. Damit wurde die Zukunft des Dienstes in den USA nach einer rund einjährigen Hängepartie gesichert. Nach einem neuen US-Gesetz musste sich der in China ansässige Tiktok-Eigentümer Bytedance zumindest von dem Geschäft in den USA trennen, damit die App in dem Land weiterhin aktiv sein durfte. Im Rest der Welt ist weiterhin Bytedance am Steuer.

Der deutsche Kulturstaatsminister spricht sich dafür aus, ein eigenständiges „TikTok Europa“ zu schaffen, das vollständig „in europäischen Händen“ liege. Dafür gelte es, zügig private Investoren aus dem europäischen Raum zu gewinnen, die ein solches milliardenschweres Vorhaben finanziell tragen könnten.

(nen)