35 Grad im Schockraum: So belastet die Hitzewelle Krankenhäuser in der Region

Draußen flimmert die Luft über dem Asphalt, drinnen kämpfen Ärztinnen und Ärzte um Leben und gegen die Folgen der Hitze. Während das Thermometer im Schockraum mit weit über 30 Grad fast dieselben Temperaturen z...

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35 Grad im Schockraum: So belastet die Hitzewelle Krankenhäuser in der Region

Draußen flimmert die Luft über dem Asphalt, drinnen kämpfen Ärztinnen und Ärzte um Leben und gegen die Folgen der Hitze. Während das Thermometer im Schockraum mit weit über 30 Grad fast dieselben Temperaturen zeigt wie vor der Tür, versuchen Mitarbeitende, einen Patienten mit einer lebensgefährlichen Körpertemperatur von 42,7 Grad herunterzukühlen. Für das Personal ist die jüngste Hitzewelle eine Belastungsprobe – körperlich und emotional.

Hitze fordert Menschenleben

Die Notaufnahme des St.-Antonius-Hospitals in Eschweiler erlebt Tage, die selbst erfahrene Mediziner nicht vergessen werden. Vor allem ältere und chronisch kranke Menschen werden mit schweren Hitzefolgen eingeliefert. Doch auch junge Menschen kollabieren, nachdem sie sich zu lange der Sonne ausgesetzt haben. Die Zahl der Notfälle steigt deutlich. Wie dramatisch die Lage war, beschreibt Thorsten Mülly, Notfallmediziner am St.-Antonius-Hospital, mit einem Satz, der hängen bleibt:

"Wir hatten hier im Krankenhaus definitiv viel mehr Tote zu verzeichnen, sodass sogar die Kapazitäten, um die Toten zu kühlen, erschöpft worden waren." Thorsten Mülly,
Notfallmediziner St.-Antonius-Hospital

Mitarbeitende am Ende ihrer Kraft

Die Hitze fordert ihren Tribut – nicht nur auf den Intensivstationen, sondern im gesamten Krankenhaus. Dabei arbeitet das Personal selbst unter Bedingungen, die kaum auszuhalten sind.

Zusätzliche Notfälle, überfüllte Behandlungsräume und die Hitze bringen die Teams an ihre Grenzen. Schon kurz nach Schichtbeginn läuft vielen der Schweiß über das Gesicht. Trotzdem versorgen sie Patientinnen und Patienten im Minutentakt – konzentriert, routiniert und unter enormem Druck.

Vor den Türen des Krankenhauses steigt die Temperatur auf mehr als 37 Grad im Schatten.

"Das kann ein Körper nicht stemmen. Da versagen alle Stoffwechselvorgänge. Und das haben wir ja auch erlebt – bis hin zu Todesfällen sowohl hier im Haus als auch bei Patienten, die draußen verstorben sind", sagt Intensivmediziner Prof. Uwe Janssens.

Kliniken sind auf Hitze nicht vorbereitet

Dabei ist das Krankenhaus in Eschweiler kein Einzelfall. Viele Kliniken in der Region, aber auch in ganz Nordrhein-Westfalen, verfügen bis heute nicht über ausreichend klimatisierte Bereiche. "Wir sind überhaupt nicht auf solche Hitzewellen vorbereitet", sagt Janssens. "Da hat man 20 Jahre lang wirklich geschlafen. Da gibt es einen Riesenbedarf."