175 Feuerwehrleute stoppen Flächenbrand in Eichelsdorf

In Eichelsdorf verhinderten Einsatzkräfte am Donnerstagabend, dass sich ein Feuer in den Wald ausbreitet. Hitze und Trockenheit ließen die Flammen von einer brennenden Hecke binnen Minuten auf vier Hektar übergreifen.

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175 Feuerwehrleute stoppen Flächenbrand in Eichelsdorf

Stand: 15.08.2026, 07:00 Uhr

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In Kleinarbeit müssen viele kleinere Brände im Buschwerk gelöscht werden.

In Kleinarbeit müssen viele kleinere Brände im Buschwerk gelöscht werden. © Oliver Potengowski

In Eichelsdorf verhinderten Einsatzkräfte am Donnerstagabend, dass sich ein Feuer in den Wald ausbreitet. Hitze und Trockenheit ließen die Flammen von einer brennenden Hecke binnen Minuten auf vier Hektar übergreifen.

Eichelsdorf/Wallernhausen – Nur fünf Zentimeter haben laut Stadtbrandinspektor Kevin Schubach am Donnerstagabend gefehlt, dass aus einem Flächenbrand am Dorfrand von Eichelsdorf ein großer Waldbrand entstanden wäre. Vor allem durch den massiven Einsatz von 175 Feuerwehrleuten, die von Landwirten unterstützt wurden, sei es gelungen, die weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern und es gegen 23 Uhr schließlich zu löschen.

Vor allem große Feld- und Wiesenflächen sind am Ortsrand von Eichelsdorf in Brand geraten.

Vor allem große Feld- und Wiesenflächen sind am Ortsrand von Eichelsdorf in Brand geraten. In Kleinarbeit müssen die Feuerwehrleute zahlreiche kleinere Brände im Buschwerk löschen. © Oliver Potengowski

Gegen 18.45 Uhr war die Feuerwehr zunächst zu einem kleinen Waldbrand in der Nähe von Friedhof und Dorfkirche alarmiert worden. Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrleute brannte eine Hecke aus übermannshohen Büschen am Wegesrand. Hitze und Flammen versperrten den Feuerwehrleuten die Weiterfahrt zu weiteren brennenden Flächen auf benachbarten Feldern.

Gedankenlosigkeit?

Angesichts der anhaltenden Hitze und Trockenheit mahnt Stadtbrandinspektor Kevin Schubach die Bürger zu besonderer Vorsicht. „Aktuell ist es so trocken, dass ein kleiner Funke reicht, um ein Feuer auszulösen.“ Auch wünscht er sich mehr Rücksicht gegenüber der Feuerwehr, insbesondere von Schaulustigen. „Wenn wir im Einsatz sind, hilft es enorm, wenn man arbeiten kann.“ Ein Beispiel für diese gefährliche Gedankenlosigkeit hätten Feuerwehrleute beim Einsatz am Donnerstag erlebt. „Sie kamen gerade von einem Flächenbrand und vor ihnen warf einer eine Zigarettenkippe aus dem Auto.“

Wegen der seit Monaten anhaltenden Trockenheit sei die Lage schnell eskaliert. „Das Feuer verbreitete sich über die Wiesen in den Wald“, schildert Schubach die Dramatik der Situation. Deshalb stufte er den Brand in der Alarmierung hoch und rief weitere Feuerwehren zur Unterstützung herbei.

Schließlich waren außer den drei Niddaer Löschbezirken Nord, West und Mitte der in Büdingen stationierte Abrollbehälter Flächenbrand, der Wassertransportzug mit Feuerwehrleuten aus Büdingen, Limeshain, Bad Vilbel und Friedberg sowie ein Tanklöschfahrzeug aus Altenstadt im Einsatz. Teilweise warteten sie in einem Bereitstellungsraum am ehemaligen Werksgelände von Marie Soell.

Landwirte helfen mit

Die Versorgung mit Löschwasser war eine der wichtigsten Aufgaben bei der Brandbekämpfung. Dazu wurde auch eine lange Schlauchleitung vom Dorfrand zum Wald gelegt. Das Wasserwerk habe während des Einsatzes die Wasserabgabe aus dem Hochbehälter kontrolliert.

Der erste wichtige Erfolg der Feuerwehrleute war, dass sie die Ausbreitung des Brandes in den an die Wiesen angrenzenden Wald nach knapp 100 Metern stoppen konnten. Mitarbeiter von Hessen-Forst hatten darauf hingewiesen, dass das Feuer dort durch große Bestände von Totholz viel Nahrung finden würde. „Wenn es ins Wurzelwerk reingeht, wird es viel Kleinarbeit“, beschreibt Schubach eine weitere Schwierigkeit bei Waldbränden. „Wäre das Feuer fünf Zentimeter weitergelaufen, hätten wir ein Problem gehabt.“

Zwischenzeitlich breitete sich der Brand auf rund vier Hektar Feld-, Wiesen- und Waldfläche aus. Ausdrücklich lobt Schubach die Landwirte, die selbstständig Flächen auf den Feldern löschten und kühlten: „Die Landwirte sind momentan gleich zur Stelle.“

Unterstützt wurde die Brandbekämpfung durch eine Drohne mit Wärmebildkamera. „Dadurch konnten wir sehen, dass eine weitere Fläche in Brand stand“, erklärt Schubach. „Da haben wir momentan eine sehr gute Rückendeckung von den Stadtverordneten über alle Parteien hinweg.“

Bei dem Einsatz standen auch mehrere Rettungswagen in Bereitschaft. Diese wurden unter anderem benötigt, um zwei Feuerwehrleute wegen Erschöpfungserscheinungen zu versorgen. Während einer von ihnen vor Ort ambulant behandelt werden konnte, wurde ein weiterer auf Anweisung des Notarztes in ein Krankenhaus gebracht.

Bereits gegen 12 Uhr war die Feuerwehr zu einem Flächenbrand nach Wallernhausen gerufen worden. Es brannte auf vier einzelnen Flächen von insgesamt einem Hektar, wovon die größte rund 7500 Quadratmeter maß. „Es war ein wenig dubios“, wundert sich Schubach über die vier weiter voneinander entfernt liegenden Brandherde.

Brände durch Drohne entdeckt

Eine 200 Quadratmeter große Fläche entdeckte ein Löschfahrzeug bei der Anfahrt. Weitere Brände fand die Feuerwehr durch die Drohne. Rund 40 Feuerwehrleute benötigten rund eineinhalb Stunden, um die vier Brände zu löschen. Schubach lobt die routinierte Arbeit.

Die beiden Brände vom Donnerstag sind die jüngsten von insgesamt bisher zehn Vegetationsbränden in diesem Sommer. Bei beiden sei die Brandursache noch nicht geklärt, berichtet Schubach. Die Feuer gingen jedoch alle auf menschliche Einflüsse zurück, wobei der Stadtbrandinspektor nicht vordergründig an vorsätzliche Brandstiftung denkt. So könne der Brand bei Wallernhausen auch durch heiße Teile eines Fahrzeugs, das über die Fläche gefahren sein könnte, entstanden sein.

21 Wald- und Vegetationsbrände in Hessen

Im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 12. August wurden in Hessen insgesamt 21 Wald- und Vegetationsbrände erfasst. Die Größe der betroffenen Flächen reichte bei den konkret dokumentierten Brandflächen von rund 300 Quadratmetern in Bad Soden bis zu 52,9 Hektar bei Rodenbach/Oberrodenbach im Main-Kinzig-Kreis. Dort umfasste die betroffene Fläche nach einer gemeinsamen Vermessung mit Hessen-Forst rund 529 000 Quadratmeter. Das teilte das Hessische Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz am Freitag mit.