15.000 Sichtungen - Was über die Ausbreitung der Gottesanbeterin in Deutschland bekannt ist
In Deutschland sind im Sommer 2026 nach Angaben des Umweltverbandes NABU so viele Gottesanbeterinnen gesichtet worden wie noch nie. Der Grund für die Ausbreitung ist der Organisation zufolge vor allem der Klimawandel.
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In Deutschland sind im Sommer 2026 nach Angaben des Umweltverbandes NABU so viele Gottesanbeterinnen gesichtet worden wie noch nie. Der Grund für die Ausbreitung ist der Organisation zufolge vor allem der Klimawandel.
20.08.2026

Der NABU informiert auf seiner Internetseite über die Sichtungen. Laut dem letzten Update sind es inzwischen in der Spitze mehr als 1.000 pro Tag. NABU-Sprecher Helge May sagte dem Deutschlandfunk, dass seit Anfang Juli auf dem Meldeportal des Verbandes mehr als 17.000 Sichtungen eingetragen wurden - und damit jetzt schon deutlich mehr als im gesamten vergangenen Jahr.
West- und Ostvorkommen in Deutschland
Helge May erläutert, warum die Ausbreitung der Tiere in der Fläche in Deutschland mit dem Klimawandel zu tun habe. Dabei gehe es vor allem um die Entwicklung der Tiere, die mit sogenannten "Ei-Paketen" und Larven beginne. Diese brauchten Wärme. Die Temperatur sei offenbar nicht nur entscheidend dafür, dass die ausgewachsenen Tiere deutlich früher im Jahr gesichtet würden. Vielmehr machten die Temperaturen es möglich, dass die Fortpflanzung der Gottesanbeterin überhaupt funktioniere. Dafür brauche es bei den Temperaturen nicht nur ein Jahr als "Ausreißer", sondern eine dauerhafte Entwicklung mit bestimmten Grundtemperaturen. Zitat May: "Und da ist der Klimawandel der entscheidende Faktor".
West- und Ostvorkommen in Deutschland
Auf der Seite des NABU heißt es denn auch, noch vor wenigen Jahrzehnten habe die auch Mantis genannte Gottesanbeterin als Exotin in Deutschland gegolten und sei fast nur im Kaiserstuhl im Südwesten vorgekommen. Im Zuge des Klimawandels habe sich das Areal "gewaltig vergrößert". Heute gebe es ein großes "Westvorkommen" entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse sowie ein deutlich davon getrenntes "Ostvorkommen" von Thüringen bis zur Lausitz und nach Berlin. Im Osten sind die Tiere demnach aus Tschechien und Polen eingewandert. Zuletzt wurden dann auch Sichtungen aus dem Norden gemeldet, etwa aus Wolfsburg.
Je nach Umgebung gut getarnt
Gottesanbeterinnen mögen Sonne und sind je nach Umgebung grün oder braun gefärbt und dadurch gut getarnt. Die Hitze 2026 hat ihre Entwicklung laut dem NABU um zwei bis drei Wochen beschleunigt. Für Menschen sind Gottesanbeterinnen ungefährlich. Sie sind weder giftig, noch können sie stechen.
Diese Nachricht wurde am 20.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.